Fußboden im Camper erneuern und dämmen


Anleitung, Tipps, Erfahrungen und Fazit zum Erneuern des Caravan Fußbodens

Unsere Frau Hermann zählt mittlerweile über 40 Jahre. Der aktuelle Boden wird nicht original sein, hat aber nach Jahren bester Dienste seinen Zenit überschritten. Es ist an der Zeit, ihn in die verdiente Rente zu schicken und mit einem neuen PVC Boden samt Dämmung zu ersetzen. Hier unsere Erfahrungen, Tipps und unser Fazit.

Welches Material für die Dämmung unter dem Camper Fußboden?

Unser wichtigstes Kriterium für die Wahl der Dämmung beim erneuern des Bodenbelages im Camper war definitiv das Gewicht. Auch wenn die Fläche bei unserem Knaus Wolf 420 nicht sonderlich groß war, spielt bekanntermaßen jedes Kilo Gewicht eine Rolle beim Camper.

Nach einiger Recherche und Material Sichtung, haben wir uns für Holzfaser-Platten entschieden. Sie bieten eine sehr gute Dämmung, sind sehr gut zu verarbeiten, haben ein geringes Gewicht. Gleichzeitig sind sie nicht übertrieben steif und haben einen angenehmen Tritt-Komfort in Verbindung mit dem PVC-Boden.

Welches Material empfiehlt sich für einen neuen Fußboden im Wohnwagen?

Für uns war klar, dass wir einen hellen Look haben wollten. Wichtig war uns, dass der Boden pflegeleicht ist, den Alltagsbelastungen gut standhält und der Verlege-Aufwand überschaubar bleibt. Denn wie so oft sind die Bauten doch eher schräg als in einem sauberen Winkel. Was beim Verlegen zu viel Mehrarbeit führen wird.

Grundlegend kamen für uns vier Materialen in die Auswahl:

Click-Vinyl

Sicherlich eines der schönsten und wertigsten Materialien auf dem Markt. Durch die sehr guten Erfahrungen beim Renovieren der eigenen vier Wände dann anfangs unser Favorit. Allerdings dann doch für uns nicht die beste Wahl, da

  • insgesamt zu viel Gesamtgewicht
  • der Verlege-Aufwand durch Schrägen etc sehr hoch
  • Kosten recht hoch durch spezielle Trittschalldämmung und passendem Vinyl

Laminat

Sicherlich immer im Favoritenkreis beheimatet. Es gibt tolle Auswahl und der Kosteneinsatz ist immer überschaubar. Aber

  • Quillt schnell auf, wenn es in Berührung mit Flüssigkeit kommt
  • Abnutzung hoch und generell eher Schaden anfällig
  • insgesamt zu viel Gesamtgewicht

Teppich

Der gute alte Teppich war bereits in den Wohnwagen und Campern meiner Eltern ein zuverlässiger Begleiter. Als Kind kannte ich eigentlich keinen anderen Bodenbelag beim Camping. Was uns jedoch abhielt:

  • Flecken bleiben oft fester Bestandteil des Teppichs, wenn sie erstmal "eingewirkt" haben
  • Kann nur gesaugt werden, ein schnelles Kehren oder Wischen gibt es nicht
  • Staub setzt sich tief ins Gewebe und bleibt dort oft über Jahre trotz umfangreicher Reinigung

PVC

Ebenfalls ein Klassiker als Bodenbelag im Bereich der Campingfahrzeuge. Und am Ende unsere Wahl für den neuen Fußboden im Wohnwagen. Überzeugt haben uns letztendlich folgende Punkte

  • Geringe Kosten
  • Große Auswahl
  • Leicht zu verlegen
  • Pflegeleicht
  • Schnell austauschbar
  • Relativ robust

Kosten und Dauer der Erneuerung des Wohnwagen Bodenbelags

Unsere Aufwände waren für unsere Knauf Wolf 420 Wohnwagen, also knapp 4 m Länge und max. ca. 2 m Breite.

Zeitaufwände

Die Zeiten sind nicht Hand gestoppt, sondern eher in etwa zu verstehen. Man macht ja auch mal das eine oder andere verdiente Päuschen zwischendrin 🙂

  • Alten Boden entfernen: 0,5 h
  • Verlegen und Verkleben Dämmung: 1,5 h
  • Schablone erstellen: 2,5 h
  • Schablone übertragen und Boden schneiden: 1,5 h
  • Abdichtband verlegen: 0,5 h

Kosten

Hier gehen wir mal davon aus, dass ihr die Werkzeuge zuhause habt und nur das Material benötigt.

  • PVC-Bodenbelag: 50 EUR
  • Holzfaser-Platten: 15-20 EUR (für zwei Packungen)
  • Aluminium-Klebeband: 10 EUR
  • Malerkrepp: 8 EUR
  • Papier:
    • Schreibtischunterlagen im Block: 10-15 EUR
    • A4 Druckerpapier: 4 EUR
  • Abdichtband: 10-20 EUR (je nach Hersteller)

Fazit zum Austausch des Fußbodens im Camper oder Wohnwagen

Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt und wir sind super glücklich mit dem Ergebnis!

Als erstes schon mal die Optik. Wir haben uns für einen hellen Boden entschieden. Klar, man sieht schon gut Schmutz und Flecken wenn in Benutzung. gerade mit Vierpfotern auch. Trotzdem überwiegt der Vorteil der Wirkung des hellen Bodens total. Es ist einfach freundlicher und gemütlicher.

Weiterhin haben wir nun eine plane Fläche statt einzelner "Fliesen" wie vorher. Diese hatten sich bereits teilweise abgelöst und Dreck blieb hängen. Nun können wir alles eben mal kehren, saugen oder wischen wie wir es gerade brauchen,. Schmutz sammelt sich nicht unter dem Belag, sondern kommt so gescheit raus.

Der Boden ist günstig aber robust. Sollten wir Schäden am Boden haben, können wir diese mit einem PVC-Kleber schnell und schmerzfrei beheben. Auch längere Risse sind so gut wieder reparabel. Was wir auch schon an einem Riss erfolgreich testen konnten, den wir beim Verlegen an einer Ecke rein gemacht hatten. 😖

Die Abdichtung am Rand hält auch mal etwas mehr Wasser ab, wenn man mal was verschüttet. Sollte man natürlich nicht lange mit dem Aufwischen warten. Wasser findet bekanntlich immer seinen Weg. Aber für den Alltag und auch kleine Pannen ist das eine absolut ausreichende Lösung!

Die Dämmung ist ein echter Gamechanger. Das Trittgefühl ist viel angenehmer. Weicher, wärmer. Die Geräusche sind gedämmter. Und der Wärmeschutz definitiv spürbar. War es vorher draußen mal kühler, nahmen wir es durch den Boden sofort wahr. Jetzt haben wir diese Barriere und somit eine klare Abgrenzung. Gleichzeitig bleibt die Wärme der Heizung besser erhalten.

Update nach ein paar Monaten

Wir sind immer noch sehr happy mit dem Ergebnis! Allerdings haben wir beim Abdichtband gespart und eine günstige Lösung aus dem Discounter-Baumarkt gewählt. Diese hat sich nach und nach etwas gelöst und verschoben. Statt vom Boden ab im rechten Winkel entlang der Möbel zu kleben, pappen sie jetzt quasi voll auf dem Boden. Liefert immer noch eine gute Sperre bei Flüssgkeit, aber sieht halt nicht so schick aus.

Trotz viel Beanspruchung durch Zwei- und Vierbeiner können wir keine Schäden wahrnehmen. Auch die zweite Saison Dauercamping tut dem Boden nichts böses an. Der einzige vorhandene Riss wurde ein einziges Mal geklebt ganz uzu Beginn. und das hlt heute noch ohne Probleme. 👍

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