Eine neue Bremsscheibe


Darf’s ein bisschen mehr sein?

Der Winter naht in großen Schritten und so kam es, dass ich beim letzten routinemäßigen Bike-Check mir ein wenig mehr Zeit genommen habe als sonst und hier & da genauer hingeschaut habe, um zum Saisonende Bauteile zu identifizieren, die getauscht werden sollen / können / müssen. Heraus kam ein Upgrade auf eine 203 mm Bremsscheibe. Aber eins nach dem anderen…

Vor- / Nachteile einer 203 mm Bremsscheibe

Warum baut man sich eine größere Bremsscheibe an das Rad? Was soll das bringen?

Die Antwort ist einfach: Es bremst besser und man steht im Notfall schneller. Doch warum ist das so?

Zum einen hat man neben einer größeren Bremsfläche von ~ 12,5 % (bei Wechsel von 180 mm auf 203 mm) und mit einer größeren Scheibe auch mehr Masse, in der sich die beim Bremsen entstehende Wärme verteilen kann. Somit wird die Scheibe erst später heiß und man kann somit das „Fading“ verhindern bzw. verzögern. „Fading“ ist englisch und bedeutet „nachlassen“ oder „abklingen“. Es bezeichnet bei Bremsen das Phänomen der nachlassenden Bremskraft bei einer heißen Bremse. Denn je höher die Temperatur, desto niedriger der Reibwert. Dadurch erhöht sich die benötigte Kraft, um das Bike abzubremsen.

Größeren Scheiben wird auch eine bessere Dosierbarkeit nachgesagt. Da ich aber wohl zu den Grobmotorikern gehöre, kann ich ehrlicherweise zwischen 180 und 203 mm Bremsscheibe keinen spürbaren Unterschied feststellen. Von 160 auf 203 oder gar 220 mm mag das evtl. anders sein.

Dann kommen noch kleinere Faktoren dazu, wie z.B., dass bei einer größeren Scheibe die Bremskraft weiter am Radäußeren greift und dadurch eine bessere Hebelwirkung auf das Rad vorhanden ist. Dazu aber später mehr…

Natürlich gibt es nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Also möchte ich die Nachteile nicht unter den Tisch fallen lassen.

Zum einen wäre da das Gewicht. Eine 203 mm Scheibe wiegt mehr als eine 160 mm – logisch, doch wie viel genau?

Am konkreten Beispiel einer Shimano RT-66 Bremsscheibe sieht das Gewicht wie folgt aus *:

160 mm

115 g

180 mm

139 g

203 mm

179 g

* Gewicht lt. Herstellerangaben

Des Weiteren neigen größere Scheiben dazu, sich leichter zu verziehen und dadurch zu schleifen oder „klingeln“.

Da meine Bremsen bei meinen 0,1 t gut zu tun haben und ich eher im Touren und Trailbereich unterwegs bin, überwiegen für mich die Vorteile die Nachteile, weshalb ich mich für eine 203 mm Bremsscheibe entschieden habe.

Bremsbeläge: Organisch oder (semi) metallisch?

Es gibt weichere, organische Bremsbeläge auf Harzbasis (Resin) oder metallische Beläge (gesintert). Je nachdem welche Beläge ihr fahrt, ändert sich auch das Scheibenbremsen-Design. Scheiben für organische Beläge haben viele kleine Öffnungen, während Scheiben für gesinterte eher große Öffnungen haben. Dies als grobe Orientierung. Im Detail seht ihr es an der Herstellerbeschreibung, für welche Beläge die Scheibe freigegeben ist.

Material & Werkzeug

Kommentare

  • Jochen am 13.10.2023 um 11:36 Uhr
    Super Artikel! Hat mich inspiriert meine billigen Tektro Bremsscheiben gegen größere und vor allem auch DICKERE „Trickstuff Dächle Heavy Duty“ auszutauschen. Passt denn wirklich jede Scheibe in die vorhandenen Bremssättel? In meinem Fall handelt es sich um Tektro Gemini HD-M520.
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